Ein Motorradhersteller fährt Auto

BMW-Logo der 1930er Jahre

BMW in Eisenach (1928-1945)

 

Auch wenn der Dixi DA1 nur zu sparsam konstruiert war - blattgefederte Starrachsen und der einfache Karrosserieaufbau waren im Dezember 1927 bei weitem nicht mehr der neueste Stand der Technik - wird er ein riesiger Verkaufserfolg. Außerdem konnten der Dixi-Fahrer auf ein dicht aufgebautes Servicenetz von Werkstätten und Händlern zurückgreifen. Zwei von vielen Gründen, warum sich ausgerechnet ein bayrischer Motorradspezialist für die Eisenacher Produktionsstätten interessierte.

Der Handel war schnell perfekt und Dixi gehörte ab dem 08.März 1929 zu den Bayerischen Motorenwerken München. Der Kaufpreis, von insgesamt 10 Millionen Reichsmark, wurde nur teilweise in bar entrichtet. BMW war bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreich im Bau von Motorrädern und Flugzeugaggregaten gewesen. Ein weiteres Kapitel wollten die Münchener in ihre Erfolgsbilanz schreiben - den Bau von Automobilen.BMW DA 2

BMW DA 2
Einen Wermuthstropfen nahmen sie dafür gern in Kauf, der Name Dixi durfte nicht mehr verwendet werden. Der Kauf war dennoch ein großer Erfolg für BMW, gingen doch alle Patente und Entwicklungen an die neuen Eigner über. Der Dixi DA1 wurde schnell zum DA2 weiterentwickelt. Es blieb nicht nur beim neuen Kühleremblem, mit dem weißblauen Rotor, sondern es wurde an den Schwächen des Fahrzeugs gearbeitet. Horst Ihling, jahrelang eng verbunden mit AWE und Verfasser von Reparaturleitfäden und Historien zum Thema, erwähnt in einer Festschrift zum 90.Jubiläum des Automobilbaus in Eisenach, noch einen “BMW-Wartburg". Dieser Typ DA3, war der erste Sportwagen in der Geschichte von BMW. 1931 liefen die Lizenzrechte am Austin Seven ab und BMW versuchte sich mit eigenen Konstruktionen. Man baute wieder etwas größere und luxuriösere Autos mit Sechszylindermotoren. Mit diesen neuen Fahrzeugen begründete BMW seinen Ruf für sportliche Fahrzeuge. Auch das erfolgreichste Rennfahrzeug dieser Zeit stammte aus Eisenach: der BMW 328. Dieser Wagen machte BMW weltweit berühmt und die sportlichen Erfolge ermöglichten gute Absätze beim gesamten Fahrzeugprogramm. Selbst 1940, 12Jahre nach seiner Vorstellung, wurde der 328 Sieger der berühmtem Mille Miglia. Diese vielversprechende Entwicklung wurde wiederum durch einen Krieg unterbrochen.

BMW 319

BMW 319
Der 2.Weltkrieg beendete jegliche Autoproduktion in Eisenach. Das gesamte Werk wurde in die Rüstungsproduktion eingespannt. Fast 79 000 Fahrzeuge waren unter der BMW-Ägidie vom Band gelaufen, neben dem 328 auch so bekannte Typen wie der BMW 309 ( kann im Museum in Eisenach bewundert werden ), der BMW 315 und der BMW 321, um nur einige zu nennen. Der Krieg und seine unzähligen Opfer verschonte auch gerade den Rüstungsstandort Eisenach nicht. Bei BMW wurden schließlich Minenwerfer und Flugzeugmotoren für den Fronteinsatz gebaut. Allein 1944 wurde das Werk Ziel von 4 großen Bombenangriffen. Mehr als die Hälfte der gesamten Anlagen wurde zerstört.