Ein Markenname muss sich ändern

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1951 - 1955
Was tat sich derweil im Münchener Stammhaus von BMW? Die erfolgreichen Autos aus der Vorkriegszeit kamen ausschließlich aus Eisenach. In München wurden vor dem Krieg Motorräder gebaut und Luftschiffe und Aggregate für Flugzeuge entwickelt. Mit Mühe konnte die Motorradproduktion wieder aufgenommen werden. Da trifft es direkt an der schlimmsten Stelle, daß das frühere Zweigwerk aus Eisenach erfolgreich in den westlichen Zonen und in die europäischen Nachbarländer exportiert.

EMW 340-2 vor dem AWE-Werkstor

Unter dem Namen BMW! Eine Klage gegen den Importeur aus Düsseldorf wurde angestrengt. Der Prozeß endete zwar mit einem Vergleich, war aber eigentlich ein Gewinn für München und ein Verlust für Eisenach. Jedenfalls soweit es den traditionsreichen Namen BMW und damit den Verkauf betraf. Der Name BMW gehörte nach München in das Stammhaus der Marke. Das Ziel der Bayern, den Automobilbau in Eisenach ganz zu stoppen, erreichten sie hingegen nicht. Die Fabrik blieb und sie durfte weiterhin Autos und Motorräder produzieren. Der Einfallsreichtum der Thüringer ließ nicht lange auf einen neuen Namen warten : Aus den “Bayerischen Motoren Werken ( BMW)“ wurden die “Eisenacher Motoren Werke (EMW)“, aus dem weiß-blauen Rotor auf dem Kühler ein rot-weißer (die Landesfarben Thüringens) -der Rest blieb unverändert !Der BMW 328, der vor dem Krieg so erfolgreiche Rennwagen wurde nicht mehr produziert. Stattdessen wurde fleißig neuentwickelt - um den Motor des 328 entstanden neue Rennkonzepte. Natürlich ruhten sich die EMW-Mitarbeiter nicht auf ihrem erfolgreichen Modell 340 und den Vorkriegsmodellen aus. Auf der Frühjahrsmesse in Leipzig 1951 wurde der Typ 342 und der Typ 343 vorgestellt. Die Technik war bekannt, die Karosserien war aber neu und erregten die allgemeine Bewunderung des Fachpublikums und der Besucher. In diese Zeit fällt auch die Rückgabe des Werkes durch die SAG an die DDR. Der Betrieb firmierte seit dieser Zeit unter VEB IFA Automobilfabrik EMW Eisenach“. Die DDR gliederte das Werk den ehemaligen Auto-Union-Werken in Zwickau an. Die Vereinigung volkseigener Betriebe (VVB) in Chemnitz mußte 1953 in

 

Eisenach die Produktion eines Kleinwagens mit Zweitaktmotor aufgenommen werden. Die Ära der Sechszylinder-Autos aus Eisenacher Produktion neigte sich dem Ende zu. Die Empörung unter den Beschäftigten war riesengroß. Man empfand den IFA F9 als eine regelrechte Zumutung. Die Entwicklungen an großen und viertaktbetriebenen Pkw fand so zwangsweise ein Ende. Die Modelle EMW 342 und 343 wurden schon nicht mehr gebaut. Bis 1955 verließen mehr als 20 000 Pkw's und 40 000 Motorräder die Hallen. Das Produktionsende war auch gleichzeitig das Ende der BMW-Technik im Eisenacher Werk.

 

 

EMW 340 Kombiwagen