Der Beginn des Eisenacher Fahrzeugbaus

Logo der Fahrzeugfabrik Eisenach

Die Anfänge (1896)

Kaum jemandem ist es heute noch bekannt : der Automobilbau in Eisenach zählt zu den ältesten in der Welt.
Als 3. Unternehmen in Deutschland wendet sich die Fahrzeugfabrik Eisenach ab 1896 dem Automobilbau zu.

Gegründet wurde sie durch ein Bankenkonsortium mit dem Geheimen Baurat Ehrhardt. Der hat schon vor 1896, als “Kanonenkönig•, von sich reden gemacht und dabei ein Vermögen erworben. Das Grundkapital betrug 1.25 Millionen Goldmark. Begonnen wurde mit dem Bau von Rüstungsgütern für das deutsche Heer. Außerdem baute man Fahrräder mit einem Kardanantrieb und einer Zweigangschaltung. Das erste Auto wurde bereits 2 Jahre nach der Gründung, 1898, vorgestellt. Es handelte sich um ein motorgetriebenes Dreirad. Der erste WARTBURG taucht kurze Zeit später auf.
Angeboten wurden 2 Versionen, einmal mit luftgekühltem Zweizylindermotor ( dieser Motor bestand eigentlich aus zwei gekoppelten Einzylindermotoren) und zum anderen mit wassergekühltem, stärkerem Motor. Beiden Aggregaten war der Zweitakt gemeinsam. Das Auto erinnerte, durchaus zeitgemäß, stark an eine Kutsche und ist ein Lizenzbau des französischen DECAUVILLE. Die Kundschaft der Eisenacher war sehr exklusiv, was bei Preisen ab 3500 Goldmark kaum verwundern dürfte. Für das wassergekühlte Exemplar mußte der Käufer sogar noch 450 Goldmark mehr zahlen. Schon damals gab es eine Aufpreisliste, die es in sich hatte :
- Schirmständer an der Seitenwand
- Hupe ( mit Gummiball )
- geflochtene Seitenverkleidungen
- Azetylenlampen
- Lederpolster
- Regenverdeck mit Klappmechanismus
Wartburg Motorwagen
Nicht nur die Presse lobte den neuen Wagen, auch die Erfolge im Rennsport bestätigten die Eisenacher. Besonders schätzte man den “geruchlos arbeitenden Motor des gefälligen Gefährts". Mit einer Leistung von 5 PS war er auch durchaus souverän motorisiert. Die Rennversion, von 1899, verfügte über 8PS. Ab 1902 beschäftigte man sich schon mit der Produktion von Elektroautos. Mit Eifer baute man auch Lastkraftwagen. So ist der erste Petrolium-Tankwagen Deutschlands ein Wartburg gewesen.

1903 und 1904 waren schwere Jahre für das Unternehmen. Die Verkaufszahlen gingen zurück und 1904 legte dann Heinrich Ehrhardt den Vorsitz im Aufsichtsrat der AG nieder.
Ehrhardt baute auch später noch, unter anderem in Düsseldorf, Autos nach Lizenz der Decauville.