Barkas - "Der Blitz"

Barkas B1000 Pritsche

1961 - 1972
Im Juni 1961 schickten die sächsischen Transporter-Bauer erstmals ihren funkelnagelneuen Barkas B1000 auf die Straße. Der neue Name deutete es bereits an. Der Barkas war kein Kleintransporter mehr, sondern ein Schnelltransporter. Der Name Barkas stammt aus dem Phönizischen und bedeutet „Der Blitz“. Seine 42 PS aus dem Wartburg 312 brachten den kleinen Kastenwagen schon deutlich eher auf Touren. Der B1000 war endlich ein richtiger Eintonner.

Barkas B1000 Kastenwagen

Barkas B1000 Kastenwagen

Das bedeutete, dass er zusätzlich zu seinem eigenen Gewicht (incl. dem Fahrer) von 1240 kg noch weitere 1000 kg zuladen durfte. Den Barkas B1000 gab es vorerst auch nur in der Ausführung als Kastenwagen. Seine Konstruktion wies noch einige Mängel auf, die aber während der langen Bauzeit immer weiter ausgemerzt wurden. So war der Verschluss für den Kühler anfangs noch von außen zugänglich über dem Alu-Grill angebracht. Bei mancher Talfahrt konnte es da schon zu einem Auslaufen des Kühlwassers kommen. Dem Geschmack der Zeit entsprechend fuhr der erste Barkas auch noch mit Lenkradschaltung. Aus heutiger Sicht ein wenig abenteuerlich mutet auch die Einkreis-Bremsanlage der ersten Blitze an. So mancher TÜV-Prüfer heute ist auch irritiert, wenn er die Feststellbremse des B1000 auf dem Prüfstand testen will.

Barkas B1000 Bus

Barkas B1000 Bus

Sie wirkt nämlich auf die Vorderräder. Während der Kühlerverschluss erst höher angebracht wurde ( unter die Frontscheibe) und später ganz nach innen verschwand und aus der Einkreisbremse eine Zweikreisbremse wurde, die Feststellbremse wirkte bis 1990 auf die Vorderräder. 1964 bekam der B1000 Kastenwagen Familienzuwachs. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse wurde der B1000 Kombiwagen vorgestellt. Der Kombi hatte acht Sitzplätze und links und rechts jeweils noch eine große Seitenscheibe mehr, als der Kastenwagen. Ab 1964 wird die Exportausführung des B1000 serienmäßig mit einer Zweikreis-Bremsanlage ausgestattet. Deren Tandembremszylinder teilt den Bremskreis allerdings nur in Vorder- und Hinterradbremskreis auf. Bei Ausfall des vorderen Bremskreises konnte deshalb nur eine sehr geringe Bremswirkung erreicht werden. Ab 1965 wuchs die Barkas-Familie dann immer schneller. Als neueste Mitglieder präsentierten sich der Barkas Kleinbus und der Pritschenwagen. Im gleichen Jahr kam noch eine Sonderversion für die Verkehrspolizei in das Lieferprogramm: Der Verkehrsunfall-Bereitschaftswagen. Hierbei handelte es sich um einen Kleinbus, dessen erste Sitzbank entgegengesetzt zur Fahrtrichtung unmittelbar hinter den Vordersitzen stand. Dann folgte ein Tisch und erst anschließend die zweite Sitzbank. Die hinteren Fenster des Verkehrsunfall-Bereitschaftswagens waren zu 2/3 zugeklebt. Die wesentlichen Vorteile des neuen Transporters gegenüber dem alten Framo waren seine höhere Nutzmasse, der größere Komfort und die bessere Raumausnutzung. Der U-Profilrahmen des B 1000 erlaubte eine Vielzahl von unterschiedlichen Varianten. Eine Ausnahme in der Bauart stellten die Modelle des Kleinbusses, des Kasten- und des Kombiwagens dar. Hier verhalf die mittragende Ganzstahlkarosserie dem Mittelkastenrahmen zu höherer Steifigkeit. Ein Prospekt aus dem Jahr 1965 warb schon mit 10 verschiedenen Aufbauten. Neben den bereits genannten Versionen zählten dazu: ein Drehleiterfahrzeug, ein Wärme-Isolierfahrzeug (Auf Basis des Kastenwagens), ein Krankenwagen (basierend auf dem Kleinbus), ein Isotherm-Fahrzeug (Kofferaufbau) und ein Kleinlöschzug. Der Löschzug bestand aus einem speziell eingerichteten Kombiwagen und einem Einachsanhänger für den Löschschlauch. Die ersten B 1000 sind heute nur noch sehr selten zu finden. Sie sind unter anderem am mehrfach genannten Kühlerverschluss, der Lenkradschaltung und einer sehr ungewöhnlich angebrachten Handbremse zu erkennen. Diese Handbremse saß quer rechts neben dem Lenkrad. Die ursprünglichen Instrumente entsprachen dem Tacho und dem Kombi-Instrument des Wartburg 312 und besaßen graue Zifferblätter. Das Lenkrad stammte aus dem Wartburg 311 1000 und war weiß. In seiner Mitte prangte statt des beim Wartburg üblichen Hl.Georg, das Barkas-Symbol.