Die Viertakt-Ära

1988 - 1991
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Lizenzverhandlungen mit dem bundesdeutschen Volkswagen-Konzern 1988, kam die Produktion der VW-Alpha-Motoren in das zu Barkas gehörende Motorenwerk Karl-Marx-Stadt. Zum ersten Mal seit 1961 erheilt der Barkas keinen Wartburg-Motor, sondern der Wartburg 1.3 erhielt den Barkas-Motor BM 880. Aus dem Dreizylinder-Zweitakter wurde ein Vierzylinder-Viertakter.

Aus 45 PS wurden 58 PS. Doch aus einem alten Barkas wurde dadurch kein neuer Kleintransporter. Besonders fatal: Trotz Leistungs-steigerung behält der B 1000-1 seine vier Trommel-bremsen! Es werden auch am Fahrwerk oder Getriebe keine konstruktiven Änderungen vorgenommen. Im September 1989 verließ der erste B1000-1 die Werkhallen. Der Barkas erlitt das Schicksal der gesamten DDR-Fahrzeugproduktion: Er war hoffnungslos veraltet und nur schwer im Ausland zu verkaufen. Das da auch die Plastverkleidungen an der Front der Prototypen auf der Leipziger Herbstmesse 1989 nichts ändern konnten sahen die Barkas-Werker ein und verkauften die Barkas B 1000-1 in der Serie mit dem gleichen Gesicht, wie es der Zweitakt-B 1000 fast 30 Jahre trug. Mit dem Zusammenbruch der DDR und dem anschließenden Wegbrechen der angestammten Exportmärkte im ehemaligen RGW-Gebiet kam für den Barkas das Aus. Er war nicht mehr zu verkaufen. Ein in allerletzter Minute vorgestelltes Wohnmobil in Zusammenarbeit mit dem westdeutschen Karosserier Karmann brachte keine Wende mehr. Am 10. April läuft der allerletzte B 1000   vom Produktionsband in Hainichen. Er ist der 2.200ste B 1000-1. Eine Fahrzeugbautradition von fast 70 Jahren wurde ausgelöscht.