Wartburg 353... (Signale 1974-7)

Wartburg Gruppe-1 im winterlichen Rallyeeinsatz

...Technik im Rallyeeinsatz

 

Im unerbittlichen Wettbewerb werden die Rallyewagen Belastungen und Prüfungen bis an Grenzwerte ausgesetzt, die in routinemäßiger Versuchserprobung kaum simuliert werden können und im Straßenverkehr nie auftreten.

Gruppe-2-Rennwagen Daher wird das Fabrikat, welches sich unter diesen Bedingungen bewährt und durchsetzt, auch für den Kunden im täglichen Fahrbetrieb sicher und zuverlässig sein." So definierte AWE-Betriebsdirektor Hellbach Auffassungen des Werkes zum Rallyesport. Dementsprechend ist die werkseitige Teilnahme an dieser Automobilsportdisziplin ein wesentlicher Bestandteil in der Entwicklung WARTBURG 353, und repräsentative Nachweise vom Qualitätsstand des produzierten Serienwagens, Vergleiche mit Konkurrenzfabrikaten hinsichtlich allgemein vom Gebrauchsautomobil geforderter Eigenschaften und Auswertung technischer Schrittmacherdienste zugunsten des Serienprodukts sind kennzeichnende Hauptelemente.

Diese Systemfunktion konkretisiert der VEB Automobilwerk Eisenach, gegenüber anderweitigen Praktiken mit eigens hergestellten Sonderfahrzeugen, durch den konsequenten Einsatz des Wagenmodells aus der laufenden Produktion.

Rallye-WartburgVon den jeweils vier in die Rallyes geschickten WARTBURG 353 sind mindestens zwei Gruppe-1-Wagen. Es sind demnach sogenannte Serien-Tourenwagen, die, abgesehen von bestimmter Wettbewerbsausrüstung, technisch völlig identisch sind mit jedem WARTBURG 353 „vom Band". Sehr aufschlußreich ist, daß gerade der größere Teil der Rallyeerfolge des WARTBURG 353 genau mit diesen Serien-Tourenwagen erzielt werden konnte.

Daneben setzt die Sportabteilung, auch ver-anlaßt durch den geschilderten Hochleistungstrend sowie Scratch-Wertungsverfahren, zwei WARTBURG 353 in der Gruppe 2 als Spezial-Tourenwagen ein. Ausgehend vom Serientyp und im Rahmen der für die Gruppe 2 eingeräumten Tuning-Freiheiten erfolgen hier Änderungen. Diese WARTBURG 353 weisen Motorleistungen um 85 bis 90 PS auf und haben u. a. Fünfganggetriebe, Scheibenbremsen, Schalensitze, Spur- und Kotflügelverbreiterungen. Durch Homologierung solcher Gruppe-2-„Spezialitäten" stehen diese auch aktiven Clubfahrern zur Verfügung.

Ferner ist der werkseitige Gruppe-2-Einsatz von WARTBURG 353 ohnehin keineswegs eine sterile Angelegenheit. Denn hier werden die Möglichkeiten ausgenutzt, veränderte Bauteile oder neue Baugruppen umfassend zu erproben, die für eine spätere Serieneinführung vorgesehen sind.

In solchem Zusammenhang sei auch an dieser Stelle ausdrücklich Dank signalisiert und ab-gestattet an die Betriebe der DDR-Zuliefer- und Ausrüstungsindustrie. Deren Unterstützungen und deren Erzeugnisse — so beispielsweise aus der AKA-Fahrzeugelektrik, dem VEB Berliner Vergaser- und Filterwerke, Cosid-Brems- und Kupplungs-Beläge, vom VEB Metallguß Leipzig und aus der Pneumant-Reifenindustrie — waren nennenswert und spezifisch maßgebend beteiligt an den Rallyeerfolgen WARTBURG 353.

 


Titelbild: Auch und erst recht bei winterlich sehr erschwerten Straßenverhältnissen erwies und bestätigt sich im Wettbewerbseinsatz die serienmäßige Technik-Konzeption des WARTBURG 353 mit Frontantrieb, Einzelaufhängung aller vier Räder und ausgewogener Schraubenfederung als ausgezeichnet im Hinblick auf sicheres Fahrverhalten.

Bild 2+3: Die anderen beiden Fotos machen schon äußerliche Unterschiede sichtbar zwischen den in Rallyes gefahrenen „normalen" WARTBURG 353 der Gruppe 1 (unten) und (oben) einer Gruppe-2-Version.