Rekordzeiten (Signale 1975-5)

Fünfganggetriebe und 1120 cm³ Hubraum. Die Leistungen liegen bei 100 PS.

Ein bebildertes Kapitel Tourenwagenrennsport

 

Automobilrennen erfreuen sich schon immer starker Anziehungskraft, und heutzutage stehen Läufe von Renntourenwagen hoch in der Gunst. Diese Tatsache bestätigte einmal mehr das diesjährige Schleizer Dreieck-Rennen,

Renn-Wartburg das neue Rekordergebnisse zeitigte: mit 100 000 Zuschauern einen Besucherrekord und, so in der offiziellen Ergebnisliste vom DDR-Meisterschaftslauf der Spezialtourenwagen A2 bis 1300 cm³3 registriert, einen neuen Runden- und Streckenrekord — gefahren von Klaus-Peter Krause vom MC Gotha auf WARTBURG 353. Daß Aktionen mit dem 353 im Tourenwagenrennsport reine „Privatangelegenheit" von Clubfahrern sind, dürfte hinreichend bekannt sein. Ebenfalls wurden an dieser Stelle die Gründe angedeutet, weshalb sich die AWE-Sportabteilung ausschließlich auf Einsätze im wesentlich mehr Alltags-Gebrauchswerte demonstrierenden und fördernden Rallyesport (wovon in den nächsten beiden SIGNALE-Ausgaben wieder berichtet wird) konzentriert. Um so mehr Anerkennung verdienen die Clubfahrer-Leistungen. Das gilt bezüglich der Technik, wo auch oder gerade wegen der allein auf optimalsten Tempo-Effekt gerichteten Schritte mit absoluter Perfektion und sozusagen haarscharf an der Schmerzgrenze operiert werden muß, zumal eben das 353-Clubfahrer-Handicap besteht, gegen teils werkseitig präparierte Wagen anderer Marken und voll das Hubraumlimit ausschöpfende Fahrzeuge anzutreten. Alle Achtung also auch in sportlicher Hinsicht.

Ausdruck von solcher Beherrschung des Metiers gaben der Rundenrekord von 130,2 km/h und der mit 35:48,2 = 127,8 km/h über 10 Runden aufgestellte Streckenrekord, erzielt von K. P. Krause, Sieger im DDR-Meisterschaftslauf.

Übrigens konnte Krause noch schneller. Im internationalen Rennen, ebenfalls über 10 Runden, brachte Krause hinter zwei CSSR-Fahrern seinen 353 in 35:33,3 min über die Distanz.


Zu unseren Bildern:

Die ersten zwei Aufnahmen lassen schon erkennen, daß 353er Renntourenwagen nur noch entfernt verwandt sind mit dem „normalen" WARTBURG, wie er z. B. auch als Gruppe-l-Serientourenwagen vom Werk in Rallyes eingesetzt wird. „Spezialfrisuren" erstrecken sich auf Karosserie, Fahrwerk und Triebwerk. Homologiert sind u. a. Fünfganggetriebe und 1120 cm³ Hubraum. Die Leistungen liegen bei 100 PS.

 

Start zum Rennen über 10 Runden

Dann kam der Start zum Rennen über 10 Runden auf dem 7,5 km langen Kurs, der höchste Anforderungen an Fahrer und Technik stellt.

K.P. Krause

Ein Foto von K. P. Krause mit seinem WARTBURG bei Schußfahrt durch die Schlängelkurven am Buchhübel.

P. Mücke

Gleichfalls favorisierter 353-Clubfahrer war P. Mücke (Start-Nr. 88). Nach Krause und M. Günther hatte er drittbeste Trainingszeit der DDR-WARTBURG-Piloten gefahren, belegte im Rennen jedoch erst Platz 4.

Auf dem Siegerpodest: K. P. Krause beglückwünscht seinen „Markengefährten" W. Reich, der mit dem 353 vom MC Eisenach Dritter wurde. Links der Zweite des DDR-Meisterschaftslaufes, H. Kindel vom MC Post Berlin auf WAS 2101.

Auf dem Siegerpodest: K. P. Krause beglückwünscht seinen „Markengefährten" W. Reich, der mit dem 353 vom MC Eisenach Dritter wurde. Links der Zweite des DDR-Meisterschaftslaufes, H. Kindel vom MC Post Berlin auf WAS 2101.