Wartburg-Werkswagen... (Signale 1982-3)

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...teilnahme am Rallyesport mit neuem Technik-Reglement

Ab 1. Januar befindet sich die schon Ende 1979 formulierte Neufassung des Anhangs J zum Automobilsportgesetz der FIA in Kraft.

 

Dem neuen Reglement ist ein gedankliches Unterfutter anzumerken, das durchaus zu begrüßen ist. Es läuft darauf hinaus, bei den in der Kategorie I als „Produktionswagen" definierten Fahrzeugen zu extreme Tuning-Auswüchse einzudämmen und absolute oder weitgehende Übereinstimmung mit Automobilen wie vom Band herbeizuführen.

 

Völlige Normalität, mit ganz geringfügigen Ausnahmen und abgesehen vom Einbau erlaubter Rallye-Ausrüstungsgeräte sowie gefordertem Überrollbügel oder Sicherheitskäfig, ist bei den vor allem für nationale Veranstaltungen vorgesehenen „Großserien-Tourenwagen" der Gruppe N obligatorisch. Mindestens 5000 identische Exemplare müssen in 12 aufeinanderfolgenden Monaten hergestellt sein.

 

Die 5000-Stück-Jahresmenge gilt auch für die mindestens viersitzigen „Tourenwagen mit großen Produktionszahlen" der Gruppe A. Hier sind einige Frisiereinheiten eingeräumt, z. B. das Bearbeiten von Motorteilen, jedoch ohne Hinzufügen von Material, und Zylinderaufbohren um maximal 0,6 mm, wenn das nicht zum Überschreiten der Hub-raumklasse führt. Daß u. a. nachträgliche Kotflügelverbreiterungen nicht erlaubt sind, deutet die beträchtlich enger gezogenen Tuninggrenzen gegenüber der bisherigen Gruppe 2 an.

 

Als spektakulärste Wagen der Kategorie werden sich zweifellos die „Grand-Tourisme-Fahrzeuge" Gruppe B mit Vorschrift von mindestens zwei Sitzplätzen herausstellen. Zwar gleichen die erlaubten Änderungen denen, die in Gruppe A zulässig sind, aber bei der zur Homologation erforderlichen Mindeststückzahl von nur 200 identischen Exemplaren ist bei neuentwickelten Gruppe-B-Wagen von vornherein mit Hochleistungscharakteristik zu rechnen. Wie nun ist es angesichts der Neuregelung um die WARTBURG-Technik bei den Rallyes in diesem Jahr bestellt?

 

Nun, die AWE-Sportabteilung orientiert sich da zunächst an der im Reglement offengehaltenen Übergangslösung. Das heißt, daß die bisher in der Gruppe 1 homologierten Serientourenwagen WARTBURG 353 W in die neue Gruppe A umgestuft werden und die Spezialtourenwagen 353 WR der bisherigen Gruppe 2 in die neue Gruppe B. Daß diese auch automatisch vom FISA-Sekretariat vorgenommene Transferierung in die praktisch nächsthöhere Gruppe technische Nachteile und Abstriche im Wettbewerbsvergleich mit neuen echten Gruppe-A-Wagen oder gar Gruppe-B-Fahrzeugen bedingt, bedarf wohl kaum besonderer Betonung.

 

Dennoch zielt die AWE-Sportabteilung selbstverständlich weiter darauf ab, die hohe Qualität und die erstklassigen Gebrauchswerteigenschaften des WARTBURG 353 W in internationalen Rallyes zu demonstrieren. Der Einsatzplan sieht daher vor, wie auf der Grundlage des neuen Reglements technisch und ökonomisch am günstigsten überzeugende Sportergebnisse im Hinblick auf Werbewirksamkeit und Export-Effektivität zu realisieren sind.

 


Das AWE-Sportprogramm 1982 enthält WARTBURG-Einsätze bei mindestens acht inter-nationalen Rallyes.
Pokallauf in der DDR ist die XXV. Rallye Wartburg.
Termin: 21. — 23. 10.