MZ lebt! (Signale 39-60)

MZ lebt!

Gute Nachrichten aus dem Erzgebirge

Der 23. März war ein Jubeltag im erzgebirgischen Zschopau. An diesem Tag verkündeten zwei ehemalige Motorrad-Rennfahrer, dass sie ihr künftiges Engagement auf die Weiterführung und Sanierung von MZ konzentrieren wollen. MZ war endlich wieder mit positiven Nachrichten zurück.

 

Die Jahre nach der politischen Wende in der DDR waren für MZ ein ständiges Auf und Ab.

Bei MZ arbeiteten 1989 noch über 3000 Menschen. Die Mitarbeiter identifizierten sich lebenslang mit dem traditionsreichen Motorradhersteller. 1990 wurde das ehemals volkseigene Unternehmen privatisiert. MZ kann noch immer 70.000 Maschinen absetzen.

Nur ein Jahr später ging es jedoch zum ersten Mal in die Pleite. Der Jahresabsatz hatte sich auf 15.000 Motorräder reduziert. Nur noch knapp 2000 Mitarbeiter waren bis dahin im Unternehmen verblieben.

 

Die Namensrechte an MZ werden verkauft und so muß im Jahr 1992 die MuZ GmbH gegründet werden. In diesem Jahr stellt MZ erstmals Modelle mit Viertakt-Motoren vor, die jedoch bis heute geradezu berüchtigt sind. Die Motoren werden von der Schweizer Rotax eingekauft.

 

Erst mit der Vorstellung der MuZ Skorpion-Modelle, nunmehr mit 660cm³-Einzylinder-Yamaha-Motoren ausgestattet, wendet sich das Blatt.

Im Jahr 1994 verläßt MuZ Zschopautal und zieht in ein neu errichtetes Werk in Hohndorf. 1996 fällt MuZ vollständig an den koreanischen Finanzinvestor Hong Leon Industries Berhad.

Erst 1999 kann das Unternehmen die Rechte am alten Namen MZ wieder zurück erwerben und schon ein Jahr später kann die erste vollständige Eigenentwicklung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die MZ RT125 stellt gleich mehrfach eine Rückbesinnung auf MZ-Tugenden der Vergangenheit dar und wir später um einige Modelle erweitert.

 

2002 versucht MZ sich in der großen Hubraumklasse und präsentiert den Prototypen eines 1000cm³-Motorrads, dass ab 2003 als MZ 1000 verkauft wird. 2005 beschäftigt das Unternehmen nur noch 90 Mitarbeiter und endlich wird 2006 sogar die Entwicklungsabteilung geschlossen.

 

Im darauf folgenden Jahr kann MZ nur noch 1100 Motorräder und Leichtkrafträder verkaufen.

Im Juni vergangenen Jahres endlich werden die Händler offiziell darüber informiert, dass MZ zum 31.12.2008 geschlossen werden soll.

 

Ein Wettlauf um neue Investoren beginnt.

Im November wird jedoch die letzte MZ 1000 gefertigt und zum Jahresende MZ tatsächlich geschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat niemand ein tragfähiges Konzept zur Weiterführung des Unternehmens vorlegen können.

Anfang diesen Jahres jedoch tauchen plötzlich Gerüchte über eine evtl. Wiederaufnahme der Produktion auf. Im März wird klar, dass sich hinter diesen Gerüchten zwei sehr bekannte Motorrad-Rennfahrer verbergen: Martin Wimmer und Ralf Waldmann.

Zumindest letzterer konnte in seiner aktiven Zeit einige Erfolge auf MZ-Maschinen erringen. Am 23. März 2009 werden die Verträge unterschrieben. Von diesem Moment an sind Ralf Waldmann, Martin Wimmer und dessen Frau Dr. Martina Häger Eigentümer von MZ.

Wimmer übernimmt die Geschäftsführung. Bereits wenige Wochen später wird die Produktion wieder gestartet. Am 23. Mai findet unter dem Motto „MZ lebt!“ ein Treffen mit rund 3000 Fans der Kultmarke in Zschopau statt.

 

Mittlerweile ist bekannt, dass sich MZ auf die Produktion von kleineren Maschinen bis 250cm³ konzentrieren will.

Derzeit werden auf der MZ-Homepage auch nur die MZ 125 in drei Varianten (RT, SM und SX) plus der Elektroroller Charly angeboten. Die großen Maschinen der 1000er Serie sind dagegen nicht mehr vertreten. Bleibt den neuen Eigentümern nur zu wünschen, dass es diesmal mit MZ besser läuft und Motorräder Made in Germany nicht nur noch aus Bayern kommen...


Martin WimmerZur Person

Martin Wimmer

 

Wurde am 11. Oktober 1957 in München geboren. In seiner Karriere als Motorrad-Rennfahrer errang er in den 1980er Jahren mehrere deutsche Meistertitel überwiegend in der 250cm³-Klasse auf Yamaha-Motorrädern.

1985 war sein wohl sportlich erfolgreichstes Jahr. Er gewann damals er den Großen Preis von Deutschland.

Seit 23. März ist er Eigentümer und Geschäftsführer von MZ.

 


Ralf WaldmannZur Person

Ralf Waldmann

 

Wurde am 14. Juli 1966 in Hagen geboren.

Er gilt mit 20 GrandPrix-Siegen als einer der erfolgreichsten Motorrad-Rennfahrer. Seine Karriere begann er 1986 auf dem Hockenheim-Ring in der 80cm³-Klasse. 2005 fuhr er in der Superbike-Klasse als er seinen endgültigen Rückzug vom aktiven Rennsport verkündete.

Seit 23. März ist er Eigentümer von MZ.