Die Legende lebt (Signale 40-61)

Melkus RS 2000

Die MELKUS Sportwagen Manufaktur stellt den RS2000 auf der IAA aus

Für den rührigen Rennfahrer und Konstrukteur Heinz Melkus blieb es leider nur ein Traum. Der 2005 leider viel zu früh verstorbene Vater des Melkus RS1000 Straßenrennwagens, hätte ganz sicher seine Freude an dem, was sein Sohn Peter und Enkel Sepp da in die Halle Fünf der Internationalen Automobilausstellung rollten: den neuen MELKUS RS2000.

Ein selbstbewusster Nachfolger der bis 1979 über 100 mal gebauten Zweitakt-Rennflunder RS1000.

Der RS2000 spielt natürlich mit seiner Verwandtschaft, ist aber durch und durch ein Auto der Gegenwart. Und was für eins.

 

Der neue Melkus wurde in konsequentem Leichtbau aus Glasfaser und Kohlefaser (Karosserie) und Aluminium (Chassis) realisiert und stellt jede Menge Fahrspaß durch seine hoch aufgeladenen Motoren in Aussicht.

Für ein modernes Auto sind auch die aktuellen Sicherheitsanforderungen relevant. Aus diesem Grund verfügt der RS2000 über ein hochfestes Monocoque, eine Carbon-Crashbox und einen modernen Seitenaufprallschutz nebst Überrollbügel.

 

Aus Gründen der Aerodynamik wurde der Unterboden ganz geschlossen Die Gestaltung der Front und des Hecks folgen konsequent den Anforderungen eines modernen Sportgerätes an die Aerodynamik. Sie halten den RS2000 fest am Boden.

Der Melkus RS2000 ist wieder ein Mittelmotor-Fahrzeug. Die Belüftungen an den Seiten dienen daher keineswegs nur der Optik, sondern vielmehr der Belüftung des Motors und der Bremsen.

 

Das Design ist atemberaubend. Die Anlehnungen an die historischen GT-Rennfahrzeuge von LeMans ist gewollt.

Natürlich dürfen bei dem neuen Rennsportwagen die Flügeltüren seines Vorgängers nicht fehlen.

 

Bei aller Kritik hinsichtlich des Einstiegskomforts dieser Konstruktion soll hier unbedingt daran erinnert werden, dass der RS2000 sich an Autoliebhaber mit einem Faible für unkonventionelle und durchaus „heiße“ Konstruktionsdetails wendet. Außerdem ist der neue Melkus keine Familienkutsche. Und nicht ganz zu Unrecht verweist die MELKUS Sportwagen Manufaktur darauf hin, dass die Flügeltüren nur wenig über die Außenkante des Fahrzeugs hinausragen, wenn sie geöffnet werden.

Damit passt der RS2000 auch in enge Parklücken und kleinere Garagen.

Obwohl - am besten ist er ja wohl ganz offensichtlich auf der Rennstrecke aufgehoben.

 

Der neue Melkus bietet auch noch eine weitere Option, über die der Käufer eines RS1000 noch nicht verfügte: Auf Kundenwunsch können in die Flügeltüren Glassegmente eingesetzt werden. Diese sind abgedunkelt und vor allem herausnehmbar.

Damit wird der MELKUS RS2000 zu einem waschechten Targa.

Zu recht hatte der MELKUS RS2000 in unmittelbarer Nachbarschaft mit den international bekannten Sportwagen-Größen Porsche und Aston Martin seinen ersten großen öffentlichen Auftritt.

 

Der Markt für Fahrzeuge dieser Art ist streng limitiert. Deshalb setzen Peter und Sepp Melkus mit ihrem Team eher auf Klasse denn auf Masse.

So sollen pro Jahr ca. 25 MELKUS RS2000 gefertigt werden.

 

Allein für dieses Jahr hat sich die ehrgeizige Truppe vorgenommen acht neue Melkus-Flitzer zu bauen.

Erfahrungen konnte die Sportwagen-Manufaktur in den vergangenen Jahren beim Bau des wieder aufgelegten Melkus RS1000 nach originalen Konstruktionen aus 1968 bis 1979 und der Weiterentwicklung des historischen RS1000 zum RS1600 gewinnen.

Der RS1000 hatte natürlich wieder einen Dreizylinder-Zweitakt-Motor, während der RS1600 bereits über einen Viertaktmotor mit über 100 PS verfügte. Das beschleunigte den nur 30 kg schwereren 1600er auf 180 km/h—aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte...