IFA-Kurier (Signale 41-62)

Die ersten Titelbilder

Dann gratulieren wir uns eben selbst...

Vor nunmehr zehn Jahren startete ich in ein neues Abenteuer. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon seit fast fünf Jahren die sehr erfolgreiche Homepage der Rheinländer Wartburg Freunde. Leider hatte aber fast keiner, der damaligen Mitglieder einen Internetzugang.

 

Das war der Grund, warum keiner im Verein die Homepage selbst kannte.

Eine Idee musste her, die es erlaubte, die Inhalte der Webseite allen Vereinsmitgliedern zugänglich zu machen.

Die Lösung klang einfach: Die Texte und Bilder in ein druckbares Format bringen und in Form eines Mitteilungsblattes verteilen.

Die private Computertechnik begann sich gerade in eine Richtung zu entwickeln, die solche Überlegungen unterstützte. Die Drucker wurden besser und preiswerter und vorhandene Standardsoftware erlaubte immer mehr professionelle Umsetzungen auch im privaten Bereich.

 

So entstand ein erstes Heft. Aus Kostengründen in DIN A5 und Graustufen gedruckt. Mit einem Umfang von gerade einmal 16 Seiten war der erste IFA-Kurier ganz sicher kein Schwergewicht. Aber auch diese mussten erst einmal gefüllt werden.

Die ersten vier Ausgaben des neuen Magazins führten auch noch das bekannte IfA-Logo im Titel. Da aber die Diskussionen über die Rechte an diesem, wie an manchem anderen bekannten DDR-logo beständig zunahmen und wir auf jeden Fall einem Streit in dieser Richtung aus dem Wege gehen wollten, entfiel das Piktogramm ersatzlos.

Der Titel war schnell gefunden: IFA-Kurier sollte es heißen. Kurzzeitig gab es Gerüchte, dass sich der Name an das damals schon existierende IFA-Journal der IG WTB anlehnen würde. Das war aber schon damals nicht richtig.

Die ersten Ausgaben wurde in mühevolle Kleinarbeit mit Microsoft Word hergestellt.

Dabei musste vorher exakt ermittelt werden, wie viele Seiten das Heft haben würde und welche Seiten auf einem Blatt stehen mussten, damit sie jeweils nach dem Binden tatsächlich eine logische Reihenfolge hatten.

Kurzfristige Änderungen machten eine komplette Umorganisation nötig.

Außerdem weigerte sich Word damals standhaft, Dateien mit mehr als zwei Seiten korrekt darzustellen.

Aus unerfindlichen Gründen stürzte die Software dauernd ab. Die Einfügung eines Buchstaben im Text konnte die Ursache für eine ebenso weitreichende, wie ungewollte Umformatierung des gesamten Dokuments sein.

Manchmal konnte man da schon an den Rand der Verzweiflung geraten.

 

Aber eines zählte: Der IFA-Kurier kam sehr gut an!

Er erzählte von dem, was unsere Mitglieder erlebt hatten und von den Themen, für die sie sich interessierten.

Schon bald wurden Stimmen laut, die nach weiteren Ausgaben - in möglichst regelmäßigen Abständen - riefen.

Es dauerte auch nicht lange, bis der IFA-Kurier Informationen lieferte, die es noch nicht auf der Homepage zu lesen gab und die erst später hier veröffentlicht wurden.

 

Irgendwann trennten sich beide Medien inhaltlich  vollkommen voneinander.

Die Zielsetzungen unterschieden sich mittlerweile zu sehr.

Der Arbeitsaufwand zur Herstellung eines Heftes war enorm.

Themen mussten gefunden und redaktionell aufgearbeitet werden und alles musste technisch umgesetzt werden. Schließlich wurde gedruckt, gebunden und verteilt.

 

Der Preis von 2,50 DM für das erste Heft und später 3,50 DM erschien hoch. Deckte aber nie die Kosten.

Zumal die Mitglieder des Vereins bis heute den IFA-Kurier durch ihre Beiträge und Spenden entstehen lassen.

Nach dem Abklingen der ersten Euphorie wurde schnell klar: das Heft kam gut an und sollte weiterhin erscheinen. Wer aber sollte für den Inhalt und die Umsetzung verantwortlich sein?

Die Antwort war wieder einmal verblüffend einfach: ich selbst!

Die Leserschaft war am Bezug des Magazins interessiert, aber leider viel zu träge, um sich selbst einzubringen.

Bis auf ganz wenige, übrigens sehr fleißige, Ausnahmen, wollte sich niemand durch selbstverfasste Artikel einbringen.

 

Wer die letzten Jahrgänge aufbewahrt hat, kann mal spaßeshalber die höchstens 10 Namen heraussuchen, die sich oft sogar regelmäßig zu Wort melden. Sehr schade. Allerdings ein im Vereinsleben durchaus bekanntes Phänomen.

Mehr als einmal habe ich seither daran gedacht, mit der Redaktion aufzuhören.

Zu viel Aufwand und Stress ist damit verbunden und viel zu wenig Rückmeldungen und Hilfe kommen an.

Wer liest die Zeitung? Wie gefällt sie den Lesern?

Was müsste unbedingt verbessert werden?

Ehrlich gesagt weiß ich es bis heute nicht.

In den vergangenen zehn Jahren habe ich schon oft versucht,  die Leser zu mobilisieren. Vergeblich.

Ob Gewinnspiel oder gewollt provokanter Artikel. Es kommt fast niemals etwas zurück. Leider!

Nur sehr wenige Leser nehmen den Telefonhörer zur Hand, schreiben eine Mail oder bedanken sich einfach mal auf dem Stammtisch für die jeweils letzte Ausgabe.

Bei diesen Lesern möchte ich mich auch bedanken, denn diese Rückmeldungen haben mich die letzten zehn Jahre zur Weiterarbeit motiviert!

 

Die Zusammenlegung des IFA-Kurier mit der Wartburg-Signale erfolgte zu einem Zeitpunkt, als der Erste Deutsche Wartburg Fahrer Club akuten Mitglieder– und damit verbunden eben auch Personalmangel hatte.

Einige Monate habe ich beide Zeitschriften parallel betreut und erstellt. Dabei kam es mir sehr darauf an, wirklich zwei unterschiedliche Hefte mit jeweils eigenem Inhalt auszuliefern.

Das ist tatsächlich gelungen, aber es war ein unglaublicher Kraftakt.

Die drohende Selbstauflösung des EDWFC aktivierte aber noch einmal alle Reserven.

Die Mitglieder brauchten einen „Gegenwert“ für ihren Beitrag und der Verein ein Medium, um seine Mitglieder zu erreichen.

Beide Hefte wurden zusammengelegt und damit erweiterte sich das Themenspektrum der Signale um alle anderen IFA-Fahrzeuge.

Da nie ganz klar war, ob und wen ja—wie lange die Zusammenlegung beider Magazine erfolgreich sein würde, blieben beide Titel erhalten und auch die Nummerierung wurde beibehalten. So lässt sich an dieser Stelle auch das Mysterium der Ausgaben-Nummerierung des gemeinsamen Magazins erklären. Ausgabe 41-62 kennzeichnet den 41. IFA-Kurier seit seinem ersten Erscheinen und die 62. Wartburg-Signale.

 

Im übrigen ist die Erstellung der heutigen Zeitung ist sehr viel komfortabler als noch 1999.

Heute steht ein modernes Zeitungs-Programm zur Verfügung. Das zählt die Seiten automatisch und sortiert sie, wie sie gebraucht werden. Das kann Texte von einer Seite in auf die nächste Seite übergehen lassen und erlaubt eine ansprechende Seitengestaltung.

Zur Verbesserung des Lesekomforts lassen sich die Texte nun in mehreren Spalten darstellen.

Fotos lassen sich heute digital schnell und in hoher Auflösung komfortabel erstellen und weiterverarbeiten.

Den Aufbau der heutigen Zeitschrift habe ich vor fast zehn Jahren professionellen Publikationen abgeschaut.

Seit der EDWFC-Jahreshauptversammlung in Erfurt hat Jürgen Wollhofer den Druck übernommen. Die Qualität der Ausdrucke ist superprofessionell und Jürgen gibt sich, neben seinem prallvollen Terminkalender, immer unglaubliche Mühe, die Zeitung blitzschnell auszudrucken. Ohne ihn, hätten wir ganz sicher schon keine Zeitung mehr.

Die Themenbereiche im Heft haben sich indes kaum gewandelt.

Viele Berichte von Treffen. Gratulationen zu Geburtstags-Jubiläen und der obligatorische Terminkalender sind fester Bestandteil im Heft.

In den letzten Jahren konnten wieder vermehrt Artikel zu aktuellen Themen aufgenommen werden, da sich in dieser Richtung wieder allerhand bewegt.

Bücher werden vorgestellt und empfohlen und ein Leitartikel der jeweiligen Vereinsvorsitzenden gehören heute zum Inhalt unserer Zeitschrift.

Eine beliebte Rubrik sind die Preistrends für IFA-Fahrzeuge. Sooft seriöse Veröffentlichungen zu diesem Thema vorliegen, berichten wir darüber.

Seit jeher jedoch fehlen technische Artikel und Schraubertips.

Das liegt daran, dass ich hier auf Einsendungen angewiesen bin, die - siehe oben - spärlich oder gar nicht kommen.

 

Jeder Artikel ist Willkommen.

Gern auch mehr technische Inhalte und vor allem kritische Rückmeldungen seitens der Leser.

Natürlich möchte jeder gern einmal ein Lob hören, aber jeder braucht vor allem Tipps und Hilfestellung, wenn einmal etwas nicht so perfekt läuft bzw. verbesserungswürdig ist.

Eine Erfolgsstory ist auch unser Onlineshop auf www.wartburg-signale.de.

Hier bieten wir seit einigen Jahren Restbestände von älteren Ausgaben erfolgreich an.

Als wir angefangen haben, alle älteren und noch vorhandenen Ausgaben auf die Techno Classica nach Essen zu tragen und sie dort zum Kauf anzubieten, hat mancheiner darüber gelächelt. Aber die Zeitschriften verkaufen sich gut.

Mit den Erlösen unterstützen wir die Messepräsentation unserer Vereine in Essen mit (für unsere Verhältnisse) ansehnlichen Beträgen. So konnte damit die Stromrechnung der Messe Essen GmbH beglichen werden, ohne das die Vereine aus den Mitteln ihrer Mitgliedsbeiträge dafür aufkommen mussten.

 

Übrigens ist nur noch eine einzige Nummer des ursprünglichen IFA-Kuriers verfügbar.

Die Ausgabe 9 aus dem Sommer 2001 (siehe mittleres Foto auf Seite 8) berichtete über den Wartburg 311 von 1958, der aus der wenig bekannten Herstellung von Pierreux aus Belgien stammte und als „schwarze Witwe“ nach Deutschland fand.

 

In diesem Sinne danke ich allen Freunden und Vereinsmitgliedern, allen Helfern und Autoren für die vergangenen zehn Jahre und hoffe, dass wir auch zukünftig gemeinsam einiges bewegen können.