Alles Bio? (Signale 46-67)

Post zum Thema E10 (Biosprit)

Unsere eMail an DEUVET, ADAC, AVD, ARAL und Bundesministerium für Umwelt und Verkehr:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Leser unserer quartalsweise erscheinenden Spezialpublikation für Fahrer historischer Fahrzeuge aus der Produktion der ehemaligen DDR

"IFA-Kurier & Wartburg-Signale" sind verständlicherweise sehr daran interessiert,

inwieweit die Verträglichkeit der neuen Kraftstoffsorten für Oldtimer und klassische Kraftfahrzeuge gewährleistet ist.

Da es hier oft keinen Hersteller-Support und keine nutzbaren Schlüsselnummern gibt, bitten wir Sie um Auskunft zu diesem Thema.

Sind die neuen Kraftstoffe auch für die Nutzung in historischen Kraftfahrzeugen getestet?

Wenn ja, von wem und mit welchen Ergebnissen?

Gibt es ggfls. Einschränkungen und nützliche Zusatzinformationen zu diesem Thema?

 

Mit vielem Dank vorab und freundlichen Grüßen

Stephan Uske

Redaktion


Die Antwort des AVD und von Aral:

Bis Redaktionsschluß (März 2011) keine.


Die ausführliche Antwort des DEUVET:

siehe DEUVET-Infor zu Biosprit (E10) in diesem Heft.


Die Antwort des Verkehrsministeriums:

Sehr geehrter Herr Uske,

das Bundesumweltministerium kann leider keine Aussagen zu bestimmten Fahrzeugen treffen; das kann nur der Hersteller. Wenn dieser - wie es wohl bei vielen Oldtimern zutrifft - nicht mehr existiert, können wir nur empfehlen, weiterhin "E5" zu tanken.

Mit freundlichen Grüßen

 

Thomas Hagbeck

Pressesprecher

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Alexanderstraße 3

10178 Berlin

www.bmu.de


Die Antwort des ADAC:

Sehr geehrter Herr Uske,

besten Dank für Ihre Anfrage.

Der Zweitaktmotor unterscheidet sich in den Kraftstoffanforderungen grundsätzlich nicht vom Viertaktmotor. Das Mischungsverhältnis mit Zweitaktöl und die Art der Ölzumischung (Mischungs- oder Getrenntschmierung) haben ebenfalls keinen Einfluss auf die Kraftstoffanforderungen.

E10 Kraftstoff kann Korrosion im Kraftstoffsystem auslösen. Wartburg und Trabant verfügen über einen einfachen (innen unbehandelten) Stahlblechtank

und über einen Vergaser aus Zinkdruckguss. Diese Bauteile könnten durch E10 Kraftstoff nachhaltig geschädigt werden. Zudem könnten die Kraftstoffleitung und die Dichtungen des Vergasers geschädigt werden.

Grundsätzlich gilt: Ohne Herstellerfreigabe sollte E10 nicht getankt werden. Deshalb müssen übrigens die E10 Zapfsäulen auch wie folgt gekennzeichnet werden: "Enthält bis zu 10 % Bioethanol" und "Verträgt Ihr Fahrzeug E10? Herstellerinformation einholen! Im Zweifel Super oder Super Plus tanken!".

Der ADAC hat sich erfolgreich für die Bestandschutzsorte (E5) eingesetzt.

Diese soll es unbefristet weiterhin geben. 

Wir empfehlen Ihnen die Verwendung der bisherigen Kraftstoffsorte (E5).

Freundliche Grüße

ADAC

 

Weitere ausführliche Informationen des ADAC in der ADAC-Motorwelt und auf der Homepage www.adac.de


Die Redaktion bedankt sich bei allen Beantwortern unserer Anfrage für ihre Unterstützung.

 

Redaktion