Das AWE-Haupttor (Signale 64-85)

Das AWE-Haupttor heute (2014) mit Blick zur Wartburg

Eine überraschende Geschichte

Fragt man Wartburg-Fans nach ihrem beliebtesten Fotomotiv in Eisenach, erhält man im Wesentlichen zwei Antworten:

Erstens jene legendäre Stelle auf dem Weg zur Wartburg, wo man beide — Wartburg und Wartburg – auf einem Foto vereinen kann. Zweitens das ehemalige Werkstor in der Friedrich-Naumann-Straße. Nur noch wenige erhalten gebliebene Gebäude zeugen von der über 100 jährigen Geschichte des Automobilbaus an eben jener Stelle. Jenes markante Torgebäude, das schon seit Ewigkeiten das Gesicht des Werkes ist, ist glücklicherweise erhalten geblieben.

Da bleibt die Frage, warum dieser Eingang zur Produktionsstätte von Urwartburg, Dixi, BMW, EMW und Wartburg nicht schon viel früher auf historischen Aufnahmen des Werkes zu sehen ist und sich erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf immer mehr Fotos findet?

Es ähnelt dem Tor des BMW-Werkes in München und ist architektonisch in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts zu datieren. Warum also findet sich also kein Foto stolzer Werksvertreter aus Eisenach mit nagelneuen BMW-Fahrzeugen unter eben jenem Tor?

Weil das Tor doch erheblich jünger ist, als es aussieht?

Nein! Weil Geschichte doch immer wieder spannend und auch manchmal sehr überraschend sein kann. Wir danken ganz herzlich Monika Duphorn, die neben ihrer Tätigkeit im Museum „Automobile Welt Eisenach“, die Geschichte um dieses interessante Gebäude des Werksensembles recherchiert und dokumentiert hat.

Im Folgenden ihr Bericht.

 

/ Stephan Uske