Messerundgang (Signale 70-91)

Ein waschechter Baron vor seinem Chateau... - Alle Fotos: Stephan Uske

Ostfahrzeug-Szene in Essen wieder zahlreich vertreten

Der Messrundgang auf der Techno Classica 2017 hatte etwas abenteuerliches: Durch den Abriss und den damit verbundenen Wegfall der Hallen 9 und 9.1 mussten einige Änderungen an den Händler- Clubständen dieser Hallen vorgenommen werden.

 

So zogen fast alle Clubs aus der Halle 9.1 in ein Zelt neben der Gruga-Halle, die in diesem Jahr erstmals offizieller Teil der TC war.

 

Nur die Citroen-Straße blieb im Rest der Halle 9.1 und rückte somit deutlich an uns heran. Leider haben sich mit dieser großen Ansammlung mehr oder minder großer Clubs keine persönlichen Anknüpfungspunkte ergeben. Citroen war fast ausschließlich mit sich selbst beschäftig. Leider waren auch die ausgestellten Exponate nicht wirklich herausragend.

 

Ebenfalls näher zu uns kam das Opel-Museum Herne, dessen Exponat auch gut auf den (ansonsten wirklich gut gemachten) Stand des „Fussel-Forums“ in Halle 8.1 gepasst hätte.

 

Der—vorsichtig ausgedrückt—eigenwillig aufgeschnittene Opel Rekord (?) war zum Karnevalswagen umfunktioniert worden und glänzte mit anmontierten Blumenkästen zum Lagern der später zu werfenden Kamelle als exklusiver Sonderausstattung.

Die Fiat 500 Freunde in unserer Halle glänzten in diesem Jahr mit einer durchaus liebevoll gestalteten Straßenszene. Ein Foto findet sich auf der übernächsten Seite.

 

Die DDR– und Ostfahrzeug-Szene war in diesem Jahr endlich wieder würdig vertreten: Nach langen Jahren der Abstinenz hatten sich die Tatra-Freunde uns gegenüber wieder einen echten „Tatra-Stand“ ausgedacht.

Mit viel Dekoration, Sand und Malerei auf der Standrückwand gestalteten sie die Landung der Alliierten in der Normandie und stellten einen Tatra-Kübelwagen mit einem VW-Kübel auf den französischen Strand ab.

Der Stand hat  wirklich Spaß gemacht. Danke dafür.

 

Spaß hat auch wieder einmal der wohl kleinste aller Clubstände auf der TC gemacht.

Die Kleinwagenfreunde Dortmund erhoben einen Citroen zum Baron de Suff. Ausgestattet mit einer Gaulois (ist das auch die offizielle Einzahl der Gauloises-Zigaretten?) und einem französischen Barett begrüßte der Baron die Besucher stilsicher vor seinem Chateau mit einem Glas Wein.

Auch die Club Jury fand diese witzige Idee und ihre hochwertige und künstlerische Umsetzung Preiswürdig. Herzlichen Glückwunsch!

 

Zurück zu den Ostfahrzeugen.

Den Trabifreunden vom Niederrhein fiel dieses Mal leider nicht so viel ein. Vielleicht wird es ja im nächsten Jahr wieder etwas mehr, als bloß ein skurriles Wohnzimmer mit Trabi und Couch.

Der Trabant-Stammtisch Velbert hingegen rüstet seit Jahren seine Standgestaltung kontinuierlich auf. In diesem Jahr wurde so richtig geklotzt und gleich das Brandenburger Tor nebst zwei Trabis in die Halle geholt.

 

Die Interessengemeinschaft Wartburg-Trabant-Barkas zeigte ebenfalls 2 Trabis. Der eine war das beklagenswerte Opfer von Missachtung und musste erst unter einem zusammengestürzten Carport geborgen werden.

Der andere war ein sehr früher Trabant 601.

Ich gebe zu, mir fehlt die Expertise um zu überprüfen, ob der P601 tatsächlich ein Nullserienfahrzeug war, wie behauptet wurde.

Ich bin immer geneigt anderen zu glauben, gleichwohl weiß ich aus eigener Erfahrung, wie leicht es ist, auf der TC den Leuten einen Bären aufzubinden, der durchaus schon mal die Größe originaler Crash-Test-Stände annehmen kann….

 

Das Melkus-Register präsentierte einen - Melkus! Das ist durchaus bemerkenswert, weil das Melkus-Register durchaus schon einmal über den Tellerrand schaut. Und dabei auch mal einen Wartburg 353 im Rallye-Trimm zeigt.

In diesem Jahr bleib es beim Melkus RS 1000, der das sachkundige Publikum durchaus stets aufs Neue in seinen Bann zieht.

Jedenfalls war uns gegenüber fast immer etwas los.

 

Insgesamt war deutlich zu erkennen, dass gerade bei den Clubständen wieder etwas mehr Spaß an der Gestaltung der Stände vorhanden zu sein scheint.

Erwartungsgemäß waren die Clubstände im Zelt nicht ganz so aufwändig gestaltet, wie vielleicht sonst. Die Unsicherheit über die vorzufindenden Gegebenheiten zwingen zu Bescheidenheit in der Planung und Ausführung.

Auch im kommenden Jahr wird die TC wieder auf einer Baustelle abgehalten werden.

Bleibt abzuwarten, wer sich wo wiederfindet.

 

Jedoch geht offensichtlich auch nach 30 Jahren das Kalkül der TC-Veranstalterin SIHA auf: die Mischung aus Profi-Ausstellern und motivierten Clubs ergibt eine jedes Jahr aufs Neue spannende und sehenswerte Oldtimer-Messe.

In diesem Sinne freuen wir uns jetzt schon einmal auf die nächste Techno Classica, die vom 21.03. bis 25.03.2018 in den bekannten Hallen des Essener Messegeländes stattfinden soll.