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Wiederauferstehung V (Signale 76-97)

Wiederauferstehung V (Signale 76-97)

Gespeichert von Stephan am Fr., 04.12.2020 - 20:07
Langsam lässt sich auch für den Laien erkennen, was hier entstehen soll. Wer findet die Fehler im Bild?

Es hatte sehr lange gedauert, bis wir endlich auch das Tankset wieder frisch lackiert im originalen Farbton vom Lackierer zurückerhalten haben. Am 22. September 2017 war es dann aber endlich soweit.

Glücklich wurden der Tank, die Seitendeckel, Lampentopf und Lampenhalter und auch der Kotflügel nach Hause gebracht.

Wie so oft lagen aber auch dieses Mal Freude und Leid sehr dicht beieinander.

Noch schnell ein paar Fotos für das Fotoalbum von den, auf dem Fußboden ausgebreiteten, Blechteilen gemacht und in Vorfreude geschwelgt. Das fertiggestellte Werk schon nahezu greifbar vor Augen kam die Enttäuschung wie ein Faustschlag in die Magengrube: Der Tank ließ sich einfach nicht mehr auf den Rahmen der TS aufsetzen!

Jetzt erst fiel deutlich ins Auge, dass die Aussparung, mit der sich der Tank um den Rahmen legt, komplett verbeult war.

Hatte der Lackierer etwa den Tank zu stark befestigt, um besser lackieren zu können?

Das war eher unwahrscheinlich. Aber wie war der Tank, befestigt gewesen, als er von seinen Löchern befreit worden war? Mit einem klauenfesten Griff?

Was ist denn hier passiert? Hitze hat den mühsam gereinigten und schön lackierten Tank zerstört. So kann er jedenfalls nicht bleiben.

 

Die Lösung war leider sehr einfach und, trotz aller Enttäuschung, gut nachvollziehbar.

Der Tank musste beim Schweißen zwangsläufig Hitze ertragen. Tiefziehbleche neigen bei Hitzeeinwirkung jedoch zur Verformung. Also keine unsachgemäße Behandlung durch einen der beteiligten Handwerker. Ärgerlich war es trotzdem. Teuer auch.

Zum Glück konnte ich mir einen unbenutzten Originaltank besorgen.

Der Vorher– Nachher-Vergleich zeigt die Unterschiede im Inneren des Tanks deutlich. Eine Diät hatte kaum intensiver wirken können. Leider mochte der Rahmen das aber gar nicht...

Mit beiden, dem verformten Tank und dem unlackierten Neuteil machte ich mich wieder auf den Weg zum Lackierer.

Ein erfahrener Geselle nahm sich beide Teil vor, verglich sie, versprach nichts und sagte mir, ich solle ein paar Tage Geduld haben.

Fast genau einen Monat später konnte ich dann endlich auch den Tank auf den Rahmen der TS setzen. Welchen?

Den ursprünglichen, verformten! Den anderen habe ich zur Reserve noch heute.

Mit viel Geschick und Geduld war es dem Lackierbetrieb gelungen, das originale Teil wieder einsatzfähig zu bekommen. Sollte also mal jemand einen kompetenten und kundenfreundlichen Lackierer und Karosseriefachmann suchen —Adresse gebe ich gern weiter. Die Ganze Aktion kostete mich ein paar Euro in die Kaffeekasse — sonst nichts. Vielen Dank!

Nun konnten wir mit dem Zusammenbau der kleinen Emme endlich weiter machen. Und durch die fast komplette Karosserie sah sie nun fast schon wieder aus, wie ein Motorrad. Unsere Motivation nutzten wir entsprechend und bestellten den nächsten Satz Teile. Dieses Mal mit Schwerpunkt Elektrik. Der Kabelbaum und die Blinker kamen ins Haus.

Auf dem Titelbild dieses Artikels wird dem aufmerksamen Betrachter vielleicht der eine oder andere Fehler auffallen. Da wir die TS nie vorher komplett gesehen hatten, mussten wir anhand von Fotos und Abbildungen aus Reparaturleitfäden herausfinden, wie das Fahrzeug zusammen gebaut werden musste. Dabei sind uns zwangsläufig Fehler unterlaufen. Unter anderen kann man auf dem Foto deutlich sehen, dass das hintere, linke Federbein falsch montiert wurde und auch die Spiegel sitzen nicht korrekt. Selbstverständlich haben wir bestehende Fehler schnellstens korrigiert.

Zwei originalverpackte unbenutzte Instrumente wurden an die originalen Instrumentenhalter montiert. Diese Halter zeigen deutlich, dass es sich nicht um ein Neufahrzeug für Museumszwecke handeln kann: Sie tragen die Spuren eines Sturzes, gehören damit aber unbedingt zur Geschichte des Fahrzeugs.

Der Kauf des Rücklichts musste noch ein wenig verschoben werden, da bis dato verfügbare Nachfertigungen kein Prüfzeichen hatten.

Der Reflektor wurde ebenfalls noch nicht gekauft, da unser Lieferant ein hochinteressantes Set aus elektronischer Zündung VAPE und den zum Umbau nötigen Teilen offerierte. Der Kauf sollte aber auf einen Zeitpunkt verschoben werden, an dem die Vape gebraucht wurde. Das dauerte leider noch ein wenig.

Deutlich erkennbar ist auf dem großen Foto auch der neue Hauptständer und die ebenfalls neue Zugfeder daran.

Mit sechs erwachsenen Männern haben wir dieses ultrastarke Feder-Monstrum an Rahmen und Hauptständer montieren müssen! Ich hoffe sehr, das die spätere Nutzung des Hauptständers mit so einer solide ziehenden Feder nicht zu ernsthaften Verletzungen in der Praxis führen wird…

Danke an alle Helfer die mit Rat und Tat zur Lösung des Problems beigetragen haben.

 

/ Stephan Uske